„High Fidelity“-Atelier in der Wolfshagener Straße

Einer der gemütlichsten Weihnachtsplätze Pankows ist das „High Fidelity“-Atelier in der Wolfshagener Straße 77. Hier eröffnet jedes Jahr die Malerin Franziska Brix ihren offenen Kunstraum. Mit Keksen und Kaminfeuer für die Gäste.

Die Tür war stets geschlossen. Nun ist sie geöffnet.

Einer der gemütlichsten Weihnachtswinterplätze Pankows ist das „High Fidelity“-Atelier in der Wolfshagener Straße 77. Das Haus Nummer 77, das ist eines jener verfallenen grauen Gebäude, das dunkel und unsaniert, schauerromantisch und geheimnisumwittert seine Schatten in den kalten Dezember wirft.

Am „High Fidelity“-Atelier spazierte man das ganze Jahr über fröhlich vorbei. Im Frühjahr stand ein alter Fernseher im Schaufenster, im Sommer eine chinesische Winkekatze. Die Tür war stets geschlossen. Zur Weihnachtszeit nun ist sie geöffnet.

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Heißen Tee gibt es umsonst

Denn zu jedem Jahresende eröffnet Franziska Brix hier ihr „Dezember-Atelier“. Staffelei, Farbe und Pinsel. Sie malt und aquarelliert. Recht fußkalt sei es im unsanierten Kunstraum, das gibt die Künstlerin zu. Also bollert im Kamin ein Feuerchen, auf dem sie sich zur Mittagszeit ein Süppchen erwärmt. Ihre Gäste sitzen auf dem Sofa und knabbern Marzipankekse. Willkommen ist jeder. Heißen Tee gibt es umsonst. Das Atelier ist einer der gemütlichsten Weihnachtswinterplätze im Advent.

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Ein wenig Ostsee nach Pankow gebracht

Franziska Brix wuchs in Prenzlauer Berg auf und lebt in Pankow. Die 47-Jährige hat wohl ein Faible für außergewöhnliche Plätze. Im Frühjahr und Sommer befährt sie mit ihrer Familie auf einem Segelboot die Ostsee. In einer Kunstscheune an den nördlichen Gewässern stellt sie aus. Die See ist die Liebe ihres Lebens. In frühkindlichen Zeiten fuhr ihre Mutter mit ihr in Mecklenburg zelten. Das vernommene Wellenrauschen, das hätte sie wohl für ihr Leben geprägt, vermutet Franziska Brix. Ihre Inspiration ist die See und die Welt der alten Boote. Ein wenig Ostsee hat die Künstlerin nach Pankow gebracht. So fegt heute, am dritten Advent, über die Wolfshagener Straße ein nasskalter Wind. Bei Franziska Brix brennen warme Lichter. Und das Haus Nummer 77 verwittert noch ein wenig mehr.

 

Über Saskia Vogel

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